Erinnerungen an die Mittel- und Langwelle


1.1.16
Die EU hat es so empfohlen und Deutschland und die Benelux-Länder haben es am 31.12. vollzogen: das Ende der Mittelwelle. Am 1. April 1923 gab es in Österreich die ersten MW-Sendung in Wien und Berlin, am 1.10.24 nahm die RAVAG, der Vorläufer des ORF, den Betrieb auf. In der Silvesternacht endete der MW-Sendebetrieb für den Deutschlandfunk, der auf 756  über den Sender Ravensburg mit 100kW bei uns bestens auch am Tag zu hören war. Die Abschaltung folgte einige Minuten vor Mitternacht. Etwa um 23:50 wurde das normale Programm (das auf UKW und DAB ja weiterlief) unterbrochen und das selten gehörte, alte Pausenzeichen für 7 Minuten gesendet, bis es dann kurz vor 24 Uhr endggültig verstummte und dem Rauschen wich. Auch Europas bekanntester und einer der stärksten MW-Sender, der Mittelwellensender Marnach in Luxemburg auf 1440, einst Verbreiter des englischen Pop-Programms von "2-0-8 Radio Luxembourg" und der "Vier fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg" (mit dem jungen Frank Elstner) verstummte nach Abspielen einer nicht definierbaren Hymne. Die luxemb. oder chinesische war es jedenfalls nicht. Der Sender war zuletzt 10 Stunden am Tag für Radio China International in deutsch und einen religösen Eiferer vermietet worden. Das bedeutet, dass wir tagsüber NICHTS mehr auf der Mittelwelle hören, nachts jedoch ein Fernempfangs-Feeling aufkommt. So hört man auf der ehemaligen Frequenz von Radio Bermomünster (531) einen algerischen Klassiksender (JIL FM, 600/300 kWM auch auf 549). Spanien (RTE und SER) und Italien senden aber noch. Auf der ehem. SWR-Frequenz 666 ist jetzt SER Barcelona zu hören.

Diese Sender hört man noch:
http://www.mediumwave.de/

Nachdem der Deutschlandfunk bereits vor genau einem Jahr die Langwellen abgeschaltet hat, und die letzten ARD-Sender kurz danach ihre Mittelwellen, kommt jetzt das vollkommene Aus für die Amplitudenmodulation in Mitteleuropa. 12 Mio.€ im Jahr soll der Betrieb der letzten 6 MW-Sender des DLF gekostet haben, das Geld soll jetzt in den DAB+ Ausbau fliessen und bis 2017 soll die DAB Versorgung des DLF besser als jene auf UKW sein. Dennoch, die Zeiten sind vorbei, also man mit dem Auto von Ravensburg nach Berlin fahren konnte, ohne (nachts) die Frequenz wechseln zu müssen, eine vollständige Versorgung auf dieser Route wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Übrigens denkt man auch schon über eine Abschaltung der UKW nach. Hier gibts aber nach wie vor einige Techniker, welche die UKW lieber auf dem DRM+ Standard digitalisieren würden. Apropos DRM (Digital Radio Mondiale, digitale KW/MW). Während Indien auf den Ausbau der digitalen Kurzwelle setzt, ist in Europa dies nach Abschaltung und Demontage aller alten Sender kein Thema mehr, obwohl einige von ihnen noch vor kurzem mit Millionenaufwand auf DRM aufgerüstet wurden, so auch DW, BBC, RTL.

Hingegen halten die Franzosen an der Langwelle fest! Der meistgehörte Sender, RTL France soll noch zu 24% über die Langwelle gehört werden, der Sender war erst vor einigen Jahr neu gebaut werden und der alte in Jinglinster steht noch als Notreserve zur Verfügung. Auch France Inter und Europe1 senden noch mit megastarken LW-Sendern mit 2000 kW. Vom Süden her ist es Radio Monte Carlo (RMC), welches ebenfalls mit 2000KW auf LW die Franzosen versorgt. So deckt ein solcher Sender-Gigant dann ganz Frankeich ab! Hingegen braucht es hunderte UKW-Sender und noch viel mehr DAB-Sender um diese Deckung zu erreichen.
 
19.7.15 - Berlin

In Berlin-Britz  wurde am 18.7.15 um 16:15 der ehemalige RIAS-MW-Sendemast gesprengt, nachdem er seit zwei Jahren außer Betrieb war.

Mit ihm verschwindet ein Stück Berliner Geschichte: Der ehemalige RIAS-Sendemast war 1961 errichtet worden - doch schon seit zwei Jahren war er nicht mehr in Betrieb. Nach 54 Jahren ist er nun gesprengt worden. Die Stahlgitterkonstruktion

 war 55 Tonnen schwer und 160 Meter hoch.  Von Britz aus ging 1946 der Rundfunk im Amerikanischen Sektor (Rias) auf Sendung. Später entstand dort Europas damals leistungsstärkster Mittelwellensender, mit dem jahrelang auch die Störsender aus Ost-Berlin überwunden werden mussten. Heute gilt die Übertragung per Mittelwelle als veraltet.http://www.spiegel.de/panorama/sprengung-in-berlin-der-rias-sendemast-ist-geschichte-a-1044339.html


4.2.15 - Saarbücken: Der einst stärkste deutsche Mittelwellensender, die "Europawelle Saar" (am 2.1.1964 in Betrieb gegangen, Dieter Thomas Hecks Hitparade versuchte gegen Radio Luxemburg auf 208m zu wetteifern). Der Sender Heusweiler auf 1.421 kHz - 211m - war in den 1970er Jahren der stärkste Rundfunksender der Bundesrepublik Deutschland. Die Leistung betrug tagsüber 1.200 kW. Diese wurde mit zwei gekoppelten 600-kW-Sendern erzeugt. Die hohe Sendeleistung – im Nachtbetrieb waren es immerhin noch 600 kW – und der fast ungestörte Kanal erlaubten eine Versorgung von ganz Mittel- und Westeuropa. Gemessen an den technischen Möglichkeiten der Mittelwelle war die Empfangsqualität – vor allem während der Nachtstunden – in ganz Deutschland stets hervorragend. Nicht zuletzt dank dieser Reichweite war die Europawelle Saar bis in die 1980er ein erfolgreicher (öffentlich-rechtlicher) Wettbewerber zu Radio Luxemburg. Für Fans gab es Kofferradios mit „Goldener Europawellen-Taste“ (z.B. ITT-Schaub-Lorenz „Golf Europa“). Ende der 1970er-Jahre wechselte die Frequenz auf 1.422 kHz, seit 1994 strahlte er das Programm des Deutschandsfunk ab. Nachdem damit auch Ende 2015 Schluss ist, wird der Abriss der historischen Sendeanlage geplant (lt. Saarbrücker Zeitung)

update 3.1.15
Eine weitere Epoche ging am 31.12.14 zu Ende: Deutschlandfunk verläßt die Langwelle

Abschaltung Langwelle: Deutschlandradio setzt auf moderne Verbreitungswege

Die analoge Ausstrahlung der Deutschlandradio-Programme über Langwelle endet zum 31.12.2014. Konkret betrifft das die Frequenzen 153 kHz (Donebach) und 207 kHz (Aholming) des Deutschlandfunk und die Frequenz 177 kHz (Zehlendorf) von Deutschlandradio Kultur. Mit der Abschaltung folgt Deutschlandradio den Vorgaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF). Diese hatte aufgrund der abnehmenden Nutzung dieser Technik und der fortschreitenden Digitalisierung des Hörfunks in ihren letzten Berichten auf eine zeitnahe Beendigung der kostenintensiven und ineffizienten Langwellenverbreitung gedrängt. Die Einsparungen, die durch die Abschaltung der Langwelle entstehen, investiert Deutschlandradio in den weiteren Ausbau des modernen DAB+-Sendernetzes.

Die Mittelwellenfrequenzen des Deutschlandfunk sollen nach derzeitiger Planung ein Jahr später zum 31.12.2015 abgeschaltet werden. Solange hören wir als einen der letzten am Tag empfangbaren MW-Sender noch den DLF Ravensburg auf 756 kHz.

Abschaltung Langwelle Donebach

Zum Jahresende wird die Langwellenfrequenz 153 khz abgeschaltet. Diese wurde bislang von den Sendemasten im Mudauer Ortsteil Donebach abgestrahlt. Mit der Abschaltung geht auch ein Stück Rundfunkgeschichte zu Ende. Das eigentliche Ziel eines Rundfunkprogramms auf Langwelle war eine breite Versorgung der Hörer in der DDR mit einem westlichen Programm. Einen geeigneten Standort für die Sendemasten fand die Bundespost auf der Hochebene bei Donebach im Odenwald. Der ehemalige Feldflugplatz auf über 500 Meter Höhe galt als ideal um von dort die Bundesrepublik und die DDR vollständig versorgen zu können. Ab März 1967 wurde von dort das Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt. Bis zur Wiedervereinigung waren die beiden Sendemasten in Donebach mit 363 Metern die höchsten Bauwerke der Bundesrepublik heute werden sie nur vom Berliner Fernsehturm um 5 Meter überragt. Betrieben werden die Sendemasten von der Kölner Firma Media Broadcast, die über die Zukunft der Sendeanlage bislang gegenüber der Gemeinde Mudau keine Angaben machte.

Da die Abstrahlung über Langwelle besonders viel Strom kostet, und im Vergleich pro Hörer sehr kostenintensiv ist, werden die Ein gesparten Gelder in den Ausbau von DAB+ investiert.
Auch bei uns im Bodenseeraum soll der Deutschlandfunk und die beiden Deutschlandradios wieder über DAB empfangbar sein.

Weiterhin stark sind die Franzosen auf Langwelle, vor allem der 2000-KW-Sender von RTL France auf 324 kHz aus dem luxemburgischen Beidweiler (Reserve in Junglinster), der rund um die Uhr zu hören ist und nachts z.T. Rockmusik im Stil der 70er sendet.

Auch France Inter (162), Europe 1 ( 183 aus Saarlois) und Radio Monte Carlo (216 aus Roumoule mit bis zu 5000 KW!) sind noch aktiv. Nachts zu hören sind auch noch BBC Droitwich 198, Algerien (252) und ein Weissrusse (279)


 

Lese "90 Jahre Radio in Österreich" von mir! (Oktober 14)

last update 19.9.2014

Der unter Denkmalschutz stehende Mittelwellensender Lauterach bei Dornbirn. Zuletzt sendete er auf 1026 kHz mit 60 KW. Erbaut 1934, eingestellt 1.1.1995.
Zur Blütezeit wurde das 1. und 2. Programm / Radio Vorarlberg des ORF ausgestrahlt.
Derzeit erfolgt eine UKW-Ausstrahlung in Gebiete, die vom Pfänder in einem Schatten sind. Einige Zeit wurde auf 95,9 auch "Radio Arabella" ausgestrahlt.

Foto 25.12.11,  © Dr. Norbert Fink

Der analogen Lang-Mittel-und Kurzwelle geht es nun endgültig an den Kragen. Noch 2014 sollen die Sender ARD folgen. Der Deutschlandfunk verbleibt noch bis 31.12.2015.
Die französischsprachigen Langwellensender (RTL, Europe1,...) dürften sich noch länger halten.

Per 29. Oktober 11 stellte die Deutsche Welle ihr deutsches und englisches Programm endgültig ein - somit auch die weltweite Ausstrahlung über Kurzwelle, die zuletzt von Sines /Portugal kam.
Auch der SWR stellt alle Mittelwellensender per 8.1.12 ein. Damit ist auch für den Bodenseesender 666 Schluss.   Schweiz stellte mit 31.12.2010 auch Sottens ein (Beromünster bereits 1.1.09)

Die letzten Chancen noch die MW zu hören sind:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelwellenrundfunk

Die letzten Sender waren:
MW 576 Mühlacher rund um die Uhr Rheinland-Pfalz,  (inzwischen eingestellt)
Südhessen MW 1017 rund um die Uhr (inzwischen eingestellt)
Südbaden, Nordwest-Schweiz MW 828 5.00 - 23.00 Uhr am 8.1.12 einbgestellt
Bodenseeregion MW 666 5.00 - 23.00 Uhr (eingestellt)

Der Deutschlandfunk will seine LW und Mittelwelle "entgegen den Empfehlungen"  noch behalten, z.T. sind sie relativ frisch restauriert. Ist am 31.12.15 endgültig Schluss?

Langwelle kHz kW (eingestellt 31.12.14)
207 500
153 500
Mittelwelle kHz eingestellt 31.12.15
756 200
1422 400
1269 300
549 100
756 100 bis 31.12.15 aktiv
549 100
Kurzwelle kHz kW
6190 17


Deutschlandradio:

Langwelle kHz kW  (eingestellt 31.12.14)
177 500
Mittelwelle kHz kW
990 100

Die französischen Langwellensender - alle mit satten 2000 KW Leistung, RTL (234 kHz, Junglinster), Europe 1 (183 kHz, Saarlouis), France Inter  (162 kHz, Allouis)
dürften noch einige Zeit erhalten bleiben.


Sender Bisamberg wurde Anfang 2010 gesprengt
Rostschutz und Erhaltung kommen zu teuer...

Wiens Radiosymbol, der Mittelwellensender Bisamberg, soll im Februar 2010 gesprengt werden. In den Jahren des Kalten Krieges waren die Mittelwellensender des ORF eine verlässliche Informationsquelle für die Menschen im östlichen Mitteleuropa. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" schien diese Funktion nicht mehr notwendig. Deshalb stellte der ORF 1995 seine Mittelwellensendungen ein. http://www.hcrs.at/BSBG.HTM

1997 wurde der Sendebetrieb mit einem völlig neuen Konzept wieder aufgenommen. Nach zweijähriger Pause wurde am 21. März 1997 der historische Mittelwellensender des ORF auf der Frequenz von 1476 kHz täglich von 18:00 bis 00:08 Uhr wieder in Betrieb genommen, es gab das Programm 1476. Gegen Ende des Jahres 2000 wurde auf der Sendeanlage Bisamberg ein neuer 100kW Sender installiert. Dieser ist als Ersatz für die alten 120kW Sender bestimmt. Er ist voll transistorisiert und luftgekühlt.
Dieser Sender war bis Ende des Jahres 2008 mit verminderter Leistung von 60kW in Betrieb und sendete täglich ab 18 Uhr. Seit 2009 ist der Sendebetrieb am Bisamberg eingestellt.  http://members.aon.at/wabweb/radio_a/radio_a5.htm
Mit vier gezielten Sprengungen wird der 80 Tonnen schwere Mast in drei Teile zerlegt, die in sich zusammenfallen sollen. Das kleinere Pendant, der 120 Meter hohe Südmast, wird gleich im Ganzen umgelegt.
Österreich bleibt aber nicht ohne komplett erhaltene Mittelwellen-Anlage: Der Sender Graz-Dobel, direkt neben der A2 gelegen, wurde 1942 errichtet, Lauterach in Vorarlberg - mit dem ältesten Sendemast des ORF - ging sogar schon 1931 in Betrieb. Beide Anlagen stehen unter Denkmalschutz.
Der Sender Lauterach strahlte zuletzt auf 1026 kHz ein Mischprogramm aus.


ORF stellt am 1.1.2009 mit dem Mittelwellensender Bisamberg den letzten MW-AM-Sender ein

Seit 1997 strahlte ORF Radio 1476 täglich von 18:00 bis 00:08 Uhr über den Sender Bisamberg auf 1476 kHz sein Mittelwellenprogramm aus. Ab 1. Jänner 2009 wird der terrestrische Sendebetrieb eingestellt und durch ein 24h Webradio ersetzt.
Radio 1476 war ein multikulturelles Programm von jungen ProgrammacherInnen. Der Rechnungshofbericht stellte aber fest, dass die Abstrahlung über Mittel- und Kurzwelle viel zu teuer komme.
Übrigens früher sendete der Bisamberg tagsüber mit 60 kW Sendeleitung und schaltete um 18 Uhr auf seine volle 600 kW und war damit europaweit mit jedem Radio zu hören.


Erinnerungen an die Blütezeit der Mittelwelle - Radio Luxemburg auf 1440 kHz / 208m
 
Erinnert ihr euch auch noch an das legedäre "colourful" Radio Luxembourg auf 208, das von 1951 - 30.12.1991 Popmusikgeschichte schrieb? Deren ehemalige Jingels kann man jetzt im Internet anhören. Download "early 208 jingels". RTL hatte damals sagenhafte 1200 kW Sendeleistung und reichte abends vom Nordpol bis Griechenland, wenngleich auch mit der typischen AM-Qualität von etwa 80 - 4500 Hz und manchen fadings. Übrigens diesen starken Sender im Luxemburgischen Marnach gibt es immer noch. Er experimentiert recht erfolgreich am neuen digitalen DRM-Verfahren, dass den alten Lang-, Mittel- und Kurzwellen die heute übliche Digitalqualität verleihen kann. Schade dass die Industrie dies kaum bewirbt.

http://www.rtl208.com/
(Man kann die Jingels leider nur anhören, nicht speichern; man müsste sie ab dem Audioausgang des PC mit einer konventionellen Bandmaschine aufnehmen....)

THE RTL 208 Story

Start des legänderen "colourful Radio Luxembourg" auf der superstarken Mittelwellenfrequenz 208 m war am 2. Juli 1951.
Trauriges Ende war am 30. Dezember 1991 um 3 Uhr UTC.
Danach versuchte es 208 noch - in guter Stereoqualität über den Satelliten Astra als reines Sat-Radioprogramm. Dies scheiterte jedoch genau ein Jahr später am 30.12.92.


WHERE? transmitter > Marnach, Luxembourg, Europe

band > Medium-Wave: frequency > 1440 (1439) kHz;  wavelength > 208,47 m;  TX power > 1,3 MW (1.300.000 Watt)

"Radio Luxembourg 208 Great Britain"  nannte sich auch OIS "Only Independent Station", was meinte, dass RTL der erste kommerzielle Europäische Rundfunksender war

(Radio Monte Carlo versuchte für den italienischen Raum es nachzuahmen) RTL sendete aber auch in deutsch (Frank Elstner war damals Moderator von RTL) tasgüber auf
ebendieser Mittelfrequenz, auf der Kurzwelle  6090 und zwei UKW-Frequenzen die in die BRD eindrangen ("die vier fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg"). Die Industrie reagierte damals darauf und es gab sogar 49m-Band Autoradios und viele Kofferradios mit gutem KW-Emfpang (z.B. von Telefunken und Grundig) . Im französischen Raum ist RTL bis heute auf Langwelle populär.  Die CLR, der RTL angehört wurde bereits 1931 gegründet und startete auf Langwelle. 1997 ging sie in die CLT-UFA über. CLT besitzt in Europa derzeit 18 Sender.

HISTORY OF 208 “the station of the stars”

 1931: The creation of CLR (Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion). It is a private company with shareholders from different European firms.

1933: March 15th marks the official, on-air launch of Radio Luxembourg. As a European pioneer, the company broadcasts a unique combination of programmes in several languages using the same long wave frequency to Luxembourg, Germany, Great Britain, France and later the Netherlands and Italy. The station rapidly becomes the most popular European commercial radio station.

The BBC together with the post office made sure the broadcasts could not be re-laid by landline to Luxembourg. So the company encouraged advertisers to pre-record programmes in London on huge discs or film soundtrack. These were created up and flown over weekly by Thomas Cook. The newspaper propriety association where as opposed to Radio Luxembourg as the BBC. They were apolled to discover that most of the sponsors where also advertisers in the big national dailies. Worried about the potential loss of revenue they refused to publish programme details in their papers. A situation that lasted until the 1950s. However: they were carried in the 'Radio Pictorial Magazine' who's editor wrote: 'The BBC give their best but that need not defiance to the fact that there are additional programmes of an alternative character.'

1934: By the end of 1934 sponsored programmes in english were on the air daily. From noon to midnight on sundays and for shorter periods during the week. The Luxembourg authorities did not exactly ignore the british protests over commercial broadcasting. They probably invited the BBC to buy all the advertising space to keep the sponsors off the air. The BBC then tried exerting moral pressure on british performers warning anyone who was offered work on Luxembourg that it might be to their disadvantage to except. Christopher Stone credited with the title 'The first discjockey' was bared until the end of the war after broadcasting on Luxembourg in 1934. Mind you he was paid a princely 5.000 pounds a year for his work and he received 6.000 letters after his first programme alone. But noone really knew the size of the audience as Stephen William admittes.

1939: As Europe lumbered helplessly towards the second world war Stephen Williams remembers being in the studio when news was broadcast the murder of the austrian chanclor. Just in time he noticed the title of the next piece of music: "Vienniece caprices". As tension heightened even the children messages from the shied Ovaltineys came under scrutinee.  The war changed the sound of european radio. The continental commercial stations went off the air as the german invasion spread. At home the BBC softened it's attitude and employed several of the presenters who'd found themselves out of the job including Stephen Williams. Luxembourg however continued to broadcast but the sound changed from entertainment to nazi propaganda. The mocking voice of William Joyce who became better known as 'Lord Haw-Haw' because of his wild and fabricated news stories.

While the nazi broadcasts continued the british government was hatching it's own plans for Luxembourg. It was determined that uncontrolled commercial broadcasts to Britain should not be allowed to resume. But it also had a secret scheme to use the transmitter for the BBCs eastern Europe services once the war was over. By September 1944 events began to move quickly.

1945: American troops from psychological war division took over the radio station with Britain's backing. The broadcasts were designed to build up the moral of all the allied prisoners of war. When peace came the Americans turned Luxembourg into an entertainment station for their forces in Europe. The Americans were impressed and open negotiations with the Luxembourg administration for the continued use of the station as 'The voice of America Europe'. But the talk broke down over money. This was Britain's chance. Stephen Williams was asked to return to Luxembourg and reopen the english service. But not to disclose he was working in close liaison with the government and the BBC. Cabinet papers from the period show that in October 1945 the government was trying to purchase a two year lease.

The authorities in Luxembourg who were prepared to cooperate in an american takeover told the british that they must negotiate with the stations french owners. The talks lasted a year but fell through when it emerged that the french government was also trying to conduct a private deal. On September 12th 1946 Radio Luxembourg announced that english sponsored programmes would begin again at the end of the year.

1948: But the audiences returned. Lured initially by request shows and in 1948 the first chart countdown on british radio. The Top 20 made the name of its first presenters: Teddy Johnston and Pete Murray. And listening at eleven o'clock on a sunday night snowballed into a national institution.

As listening figures overtook the pre war levels sponsors again cued for air time. There was still plenty of popular music in the schedules but now the range also included a mix of comedy, drama and quiz shows. Radio Luxembourg's popularity helped other businesses. The expansion of the music press and the independent recording studios. One of the most prolific was 'Star sound' which had taped - yes: tape recording had arrived - Luxembourg's first post war show. 'Star sound'was now busily turning up programmes from adventure serials like 'Perry Mason'.

1950: The choice of these programmes rested with the sponsor all Luxembourg retained was the right of veto. The output was a true mesh-mash that did generate the birth of a number of original ideas including 'Take your pick' with Michael Miles and 'The mystery of box # 13'. And 'W money' - radio's biggest cash quiz game with it's 32-pound-question. 'Take your pick' went on to capture an audience of over 7 million in 1955. That's more than were listening to 'Hancock's half hour', 'Housewifes choice' or '20 questions'. But some of the programmes of the 50s like 'Opportunity knocks' actually run first on the BBC. Geoffrey Everett insists: none of them was pinched.

1951 In 1951 that's just what listeners had to do. For the parent company decided it could make more money using the long wave transmitter for the expanding french service. English programmes were switched to 208 meters medium wave and broadcasts were confined to evenings only. Despite background whistles and a fading signal '208' became the best known radio frequency until the birth of 'Radio 1' 16 years later.

There have always been problems over the quality of Luxembourgs sound because of the distance it had to travel. In 1937 the BBCs deputy director general described the difference between the two stations as between an early gramophone and the latest HMV100 Ginny wonder.

 
In 1951, Radio Luxembourg transfers its English programming to medium wave on the AM band on a frequency of 1440 KHz, or 208 meters (wavelength). "Two-Oh-Eight" quickly becomes a new musical reference point for young Britons. It was a time of Rock ‘n’ Roll, and Radio Luxembourg delivered it in quantity to the masses. '208' becomes the best-known radio wavelength and gains massive acclaim as The Station of the Stars. For the next several decades, this English Service of Radio Luxembourg inspires and influences all those involved in any aspect of the music and recording industries: musicians, DJs, promoters, record companies and bands; even news organizations. Radio Luxembourg’s influence, even in English, included the European continent as well. Listeners, especially at night, numbered in the millions. Some Europeans say today they learned to speak English just by listening regularly to Radio Luxembourg. It’s certainly where they got their rock ‘n’ roll!

1990: But times changed. Already at the end of the 80s Luxembourg lost it's top position which they owed so many years. Other stations that more or less copied the succesfull market strategies took the peak position. Another point: LUXY could only be heard on 1440 AM meaning bad sound quality and fading in and out. Most of the competitors as BBC Radio 1 broadcasted on FM. And finally there are many insiders in the business saying that LUXY lost its clear format and was not as unique than it has been in the decades ago. To look at the problem from the commercial point of view: CLT had to recognize decreases in the quantity of the listers and that of course meant less money from the industry for spreading their commercials. That's why CLT decided to close down the frequency 1440 AM on December 30th 1991. From that day LUXY broadcasted only on short wave and via the ASTRA-satellite on the radio channel of "Sky TV" as already since 1990.

But this change could not solve the problems. Though broadcasting via satellite enabled LUXY to reach millions and millions of people throughout the whole Europe; this meant also the bad news. As it is impossible to get honest ratings of this huge area the industry again decreased the number of commercial spots and that meant that RADIO LUXEMBOURG was sentenced to dead finally for December 30st 1992. Owner CLT may have taken this decision already a few years ago when in 1989 they founded "ATLANTIC 252".

1991: For various business reasons, CLT decides to close down the frequency 1440 AM. From that day, Radio Luxembourg broadcast only on short wave, via the ASTRA satellite, and on the radio channel of Sky TV. But this change could not solve the financial problems. The rise of competing, local FM radio stations broadcasting in stereo contributed to the problems for Radio Luxembourg. Though broadcasting via satellite enabled the station to potentially reach millions throughout the whole of Europe, the results were disappointing, and this led CLT (Compagnie Luxembourgeoise de Télé Diffusion) to finally close the English Service of Radio Luxembourg in 1992.

1992: In this last day broadcast very many of the former DJs of Luxy reported their impressions live in the studio or by phone during the shows. As you may think it was no happy goodbye when DJ Mike Hollis spoke the very last words before the station closed at 24 h GMT.

 2005…. The Legend Is Back! The new RTL Group is using the new DR technology to re-launch Radio Luxembourg in English on several short wave frequencies, notably 7145 KHz. But this is not the crackly short wave of years gone by, No! It’s CD-clear and digital. In a test phase lasting through September 2006, current transmissions are ongoing 24 hours daily. Radio Luxembourg now offers a format of Classic Rock.

 A new generation of “future proof” digital radio receivers featuring DR/DAB/FM/AM are shortly to be available from various manufacturers. These new radios are portable, and will tune in stations by name, not necessarily by frequency. That means you simply enter “Radio Luxembourg,” or scroll through the Electronic Programming Guide to find what you want. The radio does the rest, even following that station to another frequency without you, the listener, ever knowing or hearing about it. Their audio quality is superb and the DR transmission range is vast. The RTL Group and most leading international broadcasters are actively supporting the digital radio/DR initiative, and we encourage you to visit their websites. Radio Luxembourg, The Best In Classic Rock! The Legend Is Back!

www.radioluxembourg.co.uk

Das englischsprachige Programm von Radio Luxemburg wurde nach Kriegsende wieder aufgenommen und von 19:00 Uhr bis 24:00 Uhr über die Mittelwellenfrequenz 208 m/1440 kHz ausgestrahlt. Es gehörte in Großbritannien zu den beliebtesten Radioprogrammen und war dort in den 50er und 60er Jahren hauptsächlich für die Verbreitung der Popmusik zuständig, da die konservative BBC diese Musikart zunächst wenig beachtete. Erst mit dem Aufkommen der Piraten- und Seesender zu Beginn der 70er Jahre ging die Popularität von Radio Luxemburg in Großbritannien zurück.

Mit dem Ende der Seesender stieg die Popularität des englischen Programms von „2-0-8“ (gesprochen als Senderkennung "Two O Eight", die Wellenlänge 208 m entspricht 1440 kHz) in Großbritannien wieder und gewann Kultstatus, auch in Skandinavien. Die bekanntesten DJs waren Benny Brown, Bob Stewart, Tommy Vance, Tony Prince, Mike Hollis, Stuart Henry und Paul Burnett. Durch die Beteiligung an dem irischen Sender Atlantic 252 verlor der Eigentümer nach und nach das Interesse an „2-0-8“. Nach mehr als 59 Jahren wurde der Sendebetrieb des englischsprachigen Radio Luxemburg-Programms am 30. Dezember 1992 eingestellt.

 Meiner Erinnerung nach endete das deutsche Progtramm um 19 Uhr, dem folgte ein holländisches – oder religiöse Sendunungen einer Sekte. 208 in english begabb täglich um 19:30 Uhr (oder 20 Uhr?), da wurde die Sendeleistung von 600 auf 1200 KW hochgeschaltet und man hörte RTL vom Nordpol bis nach Bukarest.

Auch das deutsche Programm war beliebt. Frank Elstner moderierte am Sonntag Nachmittag die RTL Hitparade . Bekannt wurde er dann zunächst als Moderator und später auch als Programmdirektor der „4 fröhlichen Wellen“ des deutschen Hörfunkprogramms von Radio Luxemburg (bis 1983). Gerd Bacher holte den damals als Experten für Jugendradio geltenden Elstner als Berater für den Aufbau von Ö3.


Das in den 1950er- und 1960er-Jahren überaus populäre deutsche Programm von RTL-Radio Luxemburg startete am 15. Juli 1957. Es wurde auf der Mittelwellenfrequenz 208 m/1439 kHz (später 1440 kHz) und auf der Kurzwellenfrequenz 6090 kHz im 49-m-Band ausgestrahlt. Während die Sendezeit zunächst nur eine Stunde betrug, wurde sie bereits drei Monate später auf vier Stunden verlängert. Ab 1964 wurde das deutsche Programm von RTL-Radio Luxemburg auch über UKW von 6:00 Uhr bis 24:00 Uhr gesendet. Auf Mittelwelle 208 m/1440 kHz hingegen startete ab 19:00 Uhr das englischsprachige Programm „2-0-8“ von Radio Luxemburg.
In den Teilen Deutschlands, wo die „4 fröhlichen Wellen“ von RTL-Radio Luxemburg wegen der Nähe zu Luxemburg empfangen werden konnten, erreichte der Sender bei den jüngeren Zuhörern Kultstatus. Da die ansonsten konkurrenzlosen Radiosender der ARD nur ein sehr konservatives Programm ausstrahlten, war RTL-Radio Luxemburg für sie die einzige Möglichkeit, neue Popmusik zu hören. Zum Renner entwickelten sich damals samstags „Die Großen Acht“ (u. a. moderiert von Camillo Felgen, Frank Elstner, Jochen Pützenbacher, Viktor Worms) und sonntags die „Hitparade“ (u. a. moderiert von Camillo Felgen, Frank Elstner, Oliver Spiecker, Thomas Gottschalk, Jörg Ebner). Zur Ermittlung der „Großen Acht“ wurden wechselnd große Plattengeschäfte im deutschen Verbreitungsgebiet live in der Sendung angerufen und nach ihrer Single-Verkaufshitparade befragt. Man konnte in diesen Geschäften beobachten, dass beim Kauf einer Schallplatte tatsächlich eine Strichliste geführt wurde. Bei der „Hitparade“ stimmten die Hörer per Postkarte oder in ausgewählten Sparkassen per Stimmbox und Stimmzettel in Nordrhein-Westfalen ab. Als Anreiz wurden Preise ausgelobt, deren Gewinner in der Sendung gezogen wurden.

Von 1969 bis 1972 veranstaltete der Sender jährlich den Grand Prix RTL International, einen an den Grand Prix Eurovision der EBU angelehnten Musikwettbewerb.

Es gab bei Radio Luxemburg auch ein Programm in niederländischer Sprache. Es lief bis zur Einstellung der nicht-deutschsprachigen Mittelwellenprogramme, am 30. Dezember 1991, jeweils eine bzw. eine halbe Stunde in der Zeit zwischen dem deutschen (Ende 19 Uhr / Sonntags 18 Uhr) und dem englischen Programm (Beginn 20 Uhr), Sonntags mit der BENELUX -HITPARADE. Diese Sendung wurde Ende Oktober 1983 zum letzten Mal ausgestrahlt. Die holländischen DJs in den letzten Jahren des Programmes hießen Frans van der Drift, Mike Verdrengh und Peter van Dam. Ein französisches RTL-Radio-Programm wird noch heute über Langwelle ausgestrahlt.

1988 wurde der Sender in „RTL Hörfunk“ umbenannt, und 1990 startete das völlig neu konzipierte RTL Radio.

Die Sendeanlagen von RTL-Radio Luxemburg stehen in Beidweiler (Langwelle mit 2000 kW Sendeleistung), Junglinster (Kurzwelle und Langwelle Ersatzsender), Marnach (Mittelwelle mit 1200 kW Sendeleistung) und in Dudelange und Hosingen (UKW). Heutzutage wird vom Kirchberg in Luxemburg „RTL RADIO – Die besten Hits aller Zeiten“ ausgestrahlt, über UKW, DRM, Kabel und Mittelwelle sowie analog und digital über die Astra1-Satelliten auf 19,2° Ost.

RTL Langwelle

In der Nähe von Junglinster befindet sich seit 1932 eine große Sendeanlage für das auf Langwelle ausgestrahlte Französischprogramm von RTL. Als Antenne kommt eine aus drei freistehenden, gegen Erde isolierten Sendetürmen (Selbststrahlender Sendemast) mit dreieckigen Querschnitt und einer Höhe von 215 Metern (bis 1980 250 Meter) bestehende Richtantenne (Hauptstrahlrichtung: Südwest) zum Einsatz. Der Sender in Junglinster ist seit Inbetriebnahme des stärkeren Langwellensenders Beidweiler (auch auf 234 kHz) im Jahr 1974 nur noch aktive Betriebsreserve. Aktuell werden aus Junglinster auf der Kurzwellenfrequenz 6095 kHz im DRM-Modus Programme von RTL Radio, KBS World Radio und religiösen Programmanbietern gesendet.


Auch die Schweiz stellte deutsche und italienische Mittelwelle ein

Mit einem Volkfest und letzten Besichtigungen stellte am 29. 12.2008 auch die Schweiz den Sendebetrieb auf Mittelwelle ein:

Der Landessender Beromünster ist eine Sendeanlage in der Schweiz. Sie wurde am 11. Juni 1931 eröffnet und am 29. Dezember 2008 um 00:00 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) wurde die Übertragung der DRS Musikwelle (Musigwälle 531) mit der Schweizer Nationalhymne beendet. Bis am 1. Januar 2009 um 00:00 Uhr war eine Ansage aufgeschaltet, welche die Information beinhaltete, dass der Sender ab Neujahr nicht mehr senden werde.

Die Sendeanlage lag während ihres Bestehens nicht in Beromünster sondern auf dem Gemeindegebiet von Gunzwil, das auf den 1. Januar 2009 mit Beromünster fusioniert hat. Der Sender ist seit 1978 auf Mittelwelle 531 kHz empfangbar und markiert gleichzeitig das untere Ende des offiziellen Mittelwellenbereichs. Die aktuelle Sendeleistung beträgt 180 kW. Im Jahr 2002 wurde nämlich festgestellt, dass der Sender bei der damaligen Sendeleistung von 600 kW die verschärften Emissionsgrenzwerte für Elektrosmog überschreitet, was für jene Leistung eine aufwändige Sanierung nötig gemacht hätte. Weil der Mittelwellenrundfunk zunehmend an Bedeutung verliert, wurde die Abschaltung des Senders auf den 28. Dezember 2008 beschlossen. Eine Umgestaltung des Hauptsendeturms zum Museum ist in Diskussion.

Am 11. Oktober 2008, 77 Jahre nach der Errichtung und 77 Tage vor der geplanten Abschaltung veranstaltete Radio DRS das Beromünsterfest in Gunzwil, mit dem sich DRS Musikwelle offiziell vom Landessender Beromünster verabschiedete. Dabei gab es einen offenen Tag bei der Sendeanlage, wo neben dem Hauptsender (Baujahr 1991) und dem volltransistorisierten Reservesender (Baujahr 1994) auch ein Quecksilberdampfgleichrichter im Betrieb und einige Bestandteile heutiger und früherer Sendegeräte zu sehen waren. In der Festhalle von Gunzwil gab es eine Ausstellung alter Rundfunkgeräte und im nebenan aufgestellten Festzelt fand eine Abendveranstaltung mit Schweizer Volksmusik statt. Ausserdem wurde der Blosenbergturm mit Skybeamern angestrahlt. Während einer Woche war eine Spezialausgabe des Beromünster-Radioweges im nahen Schlössliwald installiert. Sieben Hörstücke gaben Auskunft über 77 Jahre Radiogeschichte und lockten zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Beromünster.
Zweiter berühmter, bei uns auch gut hörbarer Sender war für das Programm der Italienishen Schweiz der Monte Ceneri im Tessin.

Der Landessender Monte Ceneri war der auf der Mittelwellenfrequenz 558 kHz mit einer Sendeleistung von 300 kW betriebene Landessender für die italienischsprachige Schweiz. Von 1933 bis 1979 stand er oberhalb der Passhöhe des Monte Ceneri  und verwendete als Sendeantenne einen nach Auskunft der Swisscom 135 Meter (anfangs 120 Meter) hohen, gegen Erde isolierten freistehenden Sendeturm. Dieser Turm existiert noch heute und trägt Sendeantennen für DAB und DVB-T. 1978 wurde für den Landessender Monte Ceneri nördlich von Isone errichtet, wobei als Hauptantenne, ein 220 Meter hoher, gegen Erde isolierter abgespannter Stahlfachwerkmast errichtet wurde. Als Reserveantenne erhielt die Anlage eine T-Antenne, welche zwischen zwei abgespannten Stahlrohrmasten gespannt ist. Im unteren Teil des Sendemastes befindet sich ein mit Blech verkleiderter Raum, der eine Aufzugsmaschine beherbergt. Obwohl seit 1979 der Standort nicht mehr auf dem Monte Ceneri Pass lag, blieb die alte Bezeichnung bis heute erhalten, möglicherweise auch deshalb, weil der neue Standort am Rand eines Militärgebiets liegt. Am 30. Juni 2008 wurde der Sendebetrieb des Landessenders Monte Ceneri eingestellt, das zukünftige Schicksal der Anlage ist unklar. Da die ehemalige Frequenz des Landessenders Monte Ceneri auch von einer Station in Süditalien genutzt wird, ist auch heute noch italienischsprachiges Radioprogramm bei Nacht auf dieser Frequenz zu hören.

Der Sendemast des Landessender Monte Ceneri ist als abgespannter Sendemast in der Schweiz selten, da an allen anderen Standorten freistehende Türme verwendet werden.

Das französische Programm "RSR colour" gibt es noch auf Mittelwelle
Der 
Landessender Sottens wurde als Landessender für die französische Schweiz gegründet. Er steht auf dem Gebiet der Waadtländer Gemeinde Sottens und nahm seinen Betrieb 1931 auf. Dieser Sender wird auf der Mittelwellenfrequenz 765 kHz mit einer Leistung von 600 Kilowatt betrieben und ist während der Nachtstunden in weiten Teilen Europas zu hören. Als Sendeantenne kommt seit 1989 eine an einem 188 Meter hohen und freistehenden, geerdeten Stahlfachwerkturm befestigte Reusenantenne mit Mittelspeisung zum Einsatz. Vor 1989 war ein 190 Meter hoher selbststrahlender Stahlfachwerkturm als Sendeantenne in Gebrauch.

Daneben verfügt der Landessender Sottens noch über einen zweiten Stahlfachwerkturm, der als selbststrahlender gegen Erde isolierter Sendeturm ausgeführt ist und als Reserveantenne dient.

Ausserdem existiert ein 125 Meter hoher, freistehender Stahlfachwerkturm auf dem Areal der Sendeanlage. Dieser 1931 errichtete Turm trug bis 1958 zusammen mit einem zweiten Turm eine T-Antenne. 1958 wurde der zweite Turm abgebaut und in La Dole als Fernsehsendeturm wiederaufgebaut. Der in Sottens verbliebene Turm, der gegen Erde isoliert ist, wurde in einem selbststrahlenden Sendeturm umgebaut, der seitdem als Reserveantenne fungiert.


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Norbert Fink